Aktuelles

Kulturtage AKK 2018

Languedoc Regen blaues Fenster (1)

Freitag 21.9. | 15 – 17 Uhr | Mainz-Kostheim

Vortrag: Die Kunst mit Farbtönen Atmosphäre zu erzeugen

Ortsverwaltung Kostheim/Kastel  |  Eintritt frei

Veranstalter: Claudia Bau – Farbe in der Architektur

Eine stimmige Farbauswahl verbessert jeden Raum, eine Hausfassade kann farbige Präsenz zeigen und dabei wertschätzend mit den Nachbarhäusern kommunizieren. Wie unterschiedlich Farbe in der Architektur eingesetzt wird und wie man ein Farbthema zusammenstellen kann um damit eine gewünschte Atmosphäre zu erzielen, erfahren Sie in meinem Vortrag. Im Anschluss kann das Gehörte in einer Farbübung umgesetzt werden. Vorkenntnisse sind nicht notwendig!

Um Anmeldung wird gebeten unter claudia-bau@web.de

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15. Juli 2018

Alles so schön Grau hier?

Wer Grau als vorherrschende Farbe innen oder außen einsetzt, weiß was er tut?

In dem Buch-Klassiker von Eva Heller: „Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken“, kommt Grau noch schlechter weg als Schwarz. Grau, die Farbe ohne Charakter, ohne Kraft, steht für Gleichgültigkeit, Langeweile, Gefühllosigkeit und die Grauzonen der Heimlichkeit.

Dabei ist Grau nicht per se die eine schlechte oder falsche Farbe. Grundsätzlich kommt es immer darauf an in welchem Umfeld der Farbton eingesetzt wird, welche Stimmung man erreichen will und dass man sich der Wirkung der Farbe bewusst ist.

Betrachtet man sich Häuserfronten, beispielsweise in Südfrankreich, spiegelt sich in ihrer Farbigkeit die sinnliche Lebensfreude der Menschen, die hier wohnen. Natürlich lässt sich das nicht eins zu eins nach Deutschland übertragen – anderes Licht, andere Materialien, andere Details.

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Aber anstatt wir uns inspirieren lassen, zu Farbkombinationen, die auch unsere Region bereichern würden, sehen wir im Moment eine Tendenz zur Hausfassade, entweder alles nur Grau in Grau, oder kaltes Grau kombiniert mit grellem Weiß, gerne auch mit schwarzen, willkürlich gesetzten „Rallye-Streifen“. Dazu anthrazitfarbene Fensterprofile, scheinbar kann die Industrie sonst nichts anderes mehr herstellen, die aus Fenstern dunkle Löcher werden lassen, dunkel geschotterte Vorgärten mit maximal einem, bis zur Unkenntlichkeit beschnittenen, nicht standortgerechten  Zierbaum.

Technische Anmutung und pflegeleicht, so viel gestalterische Armut ist ein größerer Stressor, als ein zuviel an Farbe. Aber trotz der fehlenden sinnlichen Anregung ensteht auch hier eine Atmosphäre, dann wohl eher eine der Kraftlosigkeit, der Abschottung und der Indifferenz.

Wirklich gewollt?

 

 

 

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